Savoir Vivre in der Pfalz

Die Pfalz – von den Kelten gegründet, dann staufisch, dann lange bayerisch, mal stark, mal schwach, mal von Emigration, dann von Zuwanderung geprägt. Immer wieder unter französischer Herrschaft und leider auch immer wieder Kriegsschauplatz. All diese geschichtlichen Veränderungen haben die Pfalz geprägt und zu dem werden lassen, was sie heute ist: eine wunderbare rheinland-pfälzische Region mit ca. 1,4 Millionen lebensfrohen Einwohnern und verschiedensten kulinarischen Einflüssen. 

Mit rund 1.800 Sonnenstunden im Jahr und 11°Celsius durchschnittlicher Jahrestemperatur zählt die Pfalz zu den wärmsten Regionen  Deutschlands. Begünstigt durch dieses milde Klima und angebaut im Wandel der verschiedenen Kulturen, wächst in der Pfalz der Tabak, genauso wie südländische Feigen, Mandeln, Zitronen und Oliven. Die Pfälzer kredenzen und genießen Flammkuchen, ebenso wie Sauerkraut, Leberknödel, Bratwurst und Saumagen. Eine besondere Atmosphäre zur Verköstigung dieser Gerichte bieten die vielen Winzerhöfe mit angeschlossener Straußwirtschaft.

Feige
Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH
Flammkuchen
Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH
Mandelblüte
Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Auch ursprünglich einheimische Produkte wie die Kastanie wurden aufgrund der geschichtlichen Umstände zu einem der kulinarischen Merkmale der Region: Für viele Immigranten, wie zum Beispiel den verfolgten Hugenotten, welche aus Frankreich in die Region Pfälzerwald flüchteten, war das Leben hart. Die Böden dort waren karg und warfen kaum Ertrag ab. Die neuen Siedler bestellten anspruchslose Kartoffeln und lebten von allem, was der Wald für sie hergab: Beeren, Pilze und eben auch Esskastanien. Im Pfälzer Dialekt „Keschde“ genannt, sind sie heute mit Köstlichkeiten wie Maronenkuchen, Maronencreme oder Maronensuppe ein fester Bestandteil der Pfälzer Esskultur und finden sich auf vielen Speisekarten. 

Wegelnburg
Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Die Pfälzer Küche reicht generell von einer Vesperplatte auf einer Hütte im Pfälzerwald bis zur Spitzen- und Sternegastronomie in einer der Kleinstädte wie Deidesheim oder Neustadt an der Weinstraße. Die Kultur, Geschichte und Kulinarik der Region gehen jedoch natürlich niemals ohne den köstlichen Pfälzer Wein einher.

Deidesheim 
Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Die Pfalz ist mit 23.600 Hektar nach Rheinhessen das zweitgrößte Weinanbaugebiet Deutschlands sowie das größte Rotweinanbaugebiet. Viele wunderbare Rebsorten wie Riesling, Muskateller, Weißburgunder, Grauburgunder oder auch Spätburgunder werden in der Pfalz angebaut und stehen hoch im Kurs. Auch der An- und Ausbau der Chardonnay-Rebe spielt in der Pfalz –schon länger als erlaubt – eine Rolle. Chardonnay wird dort auf ca. 740 Hektar angebaut, was jedoch nicht immer der Fall war. Während die Rebsorte seit Jahrhunderten für große französische Weißweine aus dem Burgund und der Champagne steht, war sie in Deutschland bis ins Jahr 1991 nicht zugelassen. Da der ein oder andere Pfälzer Winzer jedoch viel früher Reben aus Frankreich bezog, sind einige der deutschen Chardonnay-Bestände wesentlich älter. Heute entstehen in den Winzerkellern der Pfälzer großartige Chardonnays, die das Herz von Weinliebhabern höher schlagen lassen.

Das Chardonnay-Verbot war in der Vergangenheit jedoch nicht die einzige Schwierigkeit, welche Winzer in der Pfalz an der deutsch-französischen Grenze bis in die 1990er Jahre zu überwinden hatten. Durch die vielen Verschiebungen der geographischen Grenze, liegen einige Weinberge der Region teils auf deutscher, teils auf französischer Seite. Die Grenze verläuft also in vielen Fällen mitten durch die Weinberge hindurch. Für die bestellenden Winzer bedeutete dies, dass sie bis in die 1990er Jahre ihren Reisepass bei der täglichen Arbeit im Weinberg mit sich tragen und sich ausweisen können mussten. Das Schengener Abkommen, der Wegfall der Grenzkontrollen und die einhergehende, vereinfachte Zusammenarbeit mit der französischen Seite war für die dortigen Winzer somit also sicherlich eine Erleichterung.

Vinothek
Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Auch kulturell und architektonisch hatte Frankreich einen Einfluss auf die Pfalz. Schlösser wurden nach französischem Vorbild erbaut, Gelehrte und Musiker kamen an die Höfe in der Pfalz. Während viele Pfälzer Schlösser und somit auch ihre Architektur in Kriegen zerstört wurden, sind den Pfälzern die Musik und die Lebensfreude geblieben. Besonders spürbar wird dies bei den unzähligen, jährlich stattfindenden Winzerfesten, Kulturveranstaltungen sowie Kulinarik- und Weinevents. 

Wer in die Pfalz fährt, erlebt überall gebündelte Geschichte, Lebenslust, wunderbare Weine und Kulinarik. Mehr zu exklusiven Winzern und Vinotheken erfahren Sie hier.

Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH