Glanz und Gloria, Wasser, Kunst und Kulinarik: Das ist Bad Ems an der Lahn.

Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/Dominik Ketz

19. Jahrhundert: Während sich in ganz Europa Unruhen und Revolutionen formieren, trifft sich in Bad Ems das `who is who‘ des europäischen und russischen Hochadels zur Sommerfrische. Sie schlendern, flanieren, baden, trinken und genießen im Weltbad an der Lahn. Sie tummeln sich in den 131 Badezellen, atmen die gesunde Luft in einem der Inhalationsräume für zerstäubtes Mineralwasser oder lassen das Wasser einer der Regen- und Strahlenduschen auf sich nieder prasseln. 

 Königin Amalie

So auch Königin Amalie von Griechenland. Mit der Kutsche fährt die 23-jährige Königin aus dem Land der alten Götter über München bis nach Bad Ems. Keine kurze Strecke, die sie zurücklegt.  Doch Amalie von Griechenland, die als Amalie Marie Frederike Herzogin von Oldenburg geboren wurde hat gute Gründe für ihre Reise und ihren Aufenthalt in dem eleganten Kurort an der Lahn. Fünf Jahre zuvor heiratete sie Otto von Griechenland, die Ehe blieb bisher jedoch kinderlos. Begleitet von ihrer Schwägerin und 16 weiteren Personen verweilt sie einige Wochen in Bad Ems, genießt die Auszeit fern der neuen Heimat, sucht Erholung, Entspannung und trinkt das Bad Emser Mineralwasser, um ihrer Gesundheit Gutes zu tun. 

Zar Alexander II

Der Ruf des Weltbades spricht sich schnell herum und so reist auch Zar Alexander mit seiner jugendlichen Geliebten und späteren morganatischen Ehefrau Fürstin Jekaterina Michailowna Dolgorukowa nach Bad Ems an die Lahn. Die beiden sind wohl das prominenteste russische Paar, jedoch besuchen bald tausende gut betuchte, russische Gäste das Weltbad. 1876 bauen sie sich sogar die Russisch-Orthodoxe Kirche der heiligen Märtyrerin Kaiserin Alexandra.

Russisch-Orthodoxe Kirche
Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/Dominik Ketz

Richard Wagner

Und wo Geld fließt und der Adel flaniert, sind Kunst und die Muse bekanntlich auch nicht weit. Es zieht auch Komponisten, Dichter und Literaten nach Bad Ems. Richard Wagner findet hier die nötige Ruhe und Entspannung um seine Oper Parzival zu vollenden, während Jacques Offenbach im Marmorsaal die Stücke „Orpheus in der Unterwelt“ und „die schöne Helena“ aufführt. Auch Michailowitsch Dostojewski reist an – er will seine Krankheiten lindern. Seit Jahren leidet er unter anderem an Epilepsie und einer schwachen Lunge. Nicht verwunderlich nach seinem beschwerlichen Leben und der Zeit in einem russischen Arbeitslager. Doch seine Laune hellt sich auch vor Ort nicht auf. Seiner Frau in St. Petersburg  schreibt er Briefe, in welchen er unentwegt über den prominenten Kurort und die adligen Gäste schimpft. Alles erscheint ihm grauenhaft. Und doch findet er nach seiner Rückkehr ins kalte Russland sanftere Worte, ja gar Lob: „Ich habe mich gesundheitlich niemals wohler gefühlt, als in diesem scheußlichen Bad Ems“ und „natürlich – das sehe ich jetzt ganz klar – wäre ich, wenn ich im vergangenen Sommer nicht in Bad Ems gewesen wäre, sicher im vergangenen Winter gestorben.“

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Ob Königin Amalie, Dostojewski, Richard Wagner oder der Zar mit seiner Geliebten auch die Umgebung erkundet haben? Es hätte sich jedenfalls gelohnt. Entlang der Lahn faszinieren auch heute immer wieder Ausblicke auf Burgen, Schlösser, Rathäuser, Klöster und Kirchen. In der alten Residenzstadt Diez staunt man über das Barockschloss Oranienstein und das Grafenschloss. Obernhof, der einzige Weinort an der Lahn, wird gekrönt von Kloster Arnstein. Nassau mit der Stammburg Nassau-Oranien ist auch die Heimatstadt des berühmten preußischen Reformers Heinrich Karl vom und zum Stein. An der Mündung der Lahn in den Rhein bei Lahnstein fällt der Blick auf Burg Lahneck und auf das gegenüberliegende Schloss Stolzenfels. 

Bad Ems als einstiger Treff des europäischen Hochadels strahlt auch heute noch Eleganz aus. Das Kurviertel begeistert mit seiner einzigartigen Bäderarchitektur wie zum Beispiel dem Kurhaus mit Brunnenhalle und dem  mondänen Grand Hotel oder der russisch-orthodoxen Kirche mit ihrer goldenen Zentralkuppel. Auch die Liebe zur Kunst und Musik ist in Bad Ems und im Lahntal geblieben: Jährlich finden wiederkehrende Lesungen und Konzertreihen wie „Gegen den Strom“ oder das „Festival an der Lahn“ mit Musik von Jacques Offenbach am Originalspielort, dem Marmorsaal, statt.  

Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/Dominik Ketz

Bad Ems als einstiger Treff des europäischen Hochadels strahlt auch heute noch Eleganz aus. Das Kurviertel begeistert mit seiner einzigartigen Bäderarchitektur wie zum Beispiel dem Kurhaus mit Brunnenhalle und dem  mondänen Grand Hotel oder der russisch-orthodoxen Kirche mit ihrer goldenen Zentralkuppel. Auch die Liebe zur Kunst und Musik ist in Bad Ems und im Lahntal geblieben: Jährlich finden wiederkehrende Lesungen und Konzertreihen wie „Gegen den Strom“ oder das „Festival an der Lahn“ mit Musik von Jacques Offenbach am Originalspielort, dem Marmorsaal, statt.  

Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/Dominik Ketz
Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/Dominik Ketz

Auch das Thermalwasser spielt in Bad Ems nach wie vor eine große Rolle. Im Dezember 2012 wurde eine der modernsten und attraktivsten Wohlfühlthermen Deutschlands in Bad Ems eröffnet und im Frühjahr 2014 um Deutschlands erste schwimmende FlussSauna ergänzt. Die Thermenlandschaft bietet die perfekte Möglichkeit für eine harmonische Auszeit für Körper, Geist und Seele.

Wer also königlich baden, saunieren und flanieren möchte oder Weltklassik genießen möchte, ist in Bad Ems genau richtig.  

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