Auf meiner Reise durch das schöne Rheinland-Pfalz

Der folgende Beitrag stammt von der „Küchenchaotin“– einer Bloggerin, welche in den kommenden Wochen für die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH in Rheinland-Pfalz unterwegs ist, um kulinarische Besonderheiten zu entdecken.

Auf meiner Reise durch das schöne Rheinland-Pfalz durfte ich 3 unterschiedliche Regionenbesuchen.

Das zweite Ziel der Reise: das malerische Lahntal. Das Gebiet, das an der Lahn entlang verläuft, ist vor allem bei Aktivurlaubern bekannt – Wandern, Radfahrenund Kanufahren machen in der schönen Landschaft natürlich besonders viel Spaß. Das Ziel meiner Reise war jedoch die Suche nach zwei besonderen Raritäten: Wasser/Heilwasser und Wein aus dem Lahntal!

Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/Dominik Ketz

Heilwasser aus dem Lahntal

Die Geschichte des Heilwassers aus dem Lahntal spielt sich in Bad Ems ab. Ab dem 17./18.Jahrhundert galt Ems als einer der berühmtesten Badeorte Deutschlands das Fürstlich Oranien-Nassauische Badehaus war überregional bekannt. 1863 wurde Ems zur Stadt ernannt und drei Jahre später wurde die Stadt von Preußen annektiert. Vor allem im 19. Jahrhundert zogen die Heilquellen viele Touristen an. Dank der Heilquellen wurde Bad Ems zum „Weltbad“ und zur Sommerresidenz diverser Monarchen, wie Kaiser Wilhelm I., Zar Nikolaus I. Und Alexander II. Aber auch andere bekannte Persönlichkeiten konnten sich dem Charme dieses Ortes nicht entziehen; Richard Wagner, Victor Hugo und Dostojevski waren nur einige davon. 1913 erhielt Ems dann den Zusatz „Bad“.

Foto: Küchenchaotin

Das prächtige Kurhaus, das im 18. Jahrhundert gebaut wurde, welches heute als „Häckers Grandhotel“ die älteste Brunnenhalle Deutschlands beherbergt, war Treffpunkt des gesellschaftlichen Lebens.

Foto: Küchenchaotin

In dieser Brunnenhalle finden sich auch die meisten der Heilquellen von Bad Ems. Ich habe mir für Euch die sieben bekanntesten Quellen angeschaut und von jeder einen Schluck getrunken. Die Quellen sind reich an Wirkstoffen, die als heilend gelten und bekanntlich schmeckt Medizin nicht immer besonders gut. Das Wasser schmeckt stark metallisch, was durch die warmen Temperaturen, die zwischen 27° und 57° C liegen, noch verstärkt wird. Je nach Quelle soll das Wasser vor allem bei Beschwerden der Atemwege und des Magen-Darm-Bereichs helfen. Wer für die heilende Wirkung des Wassers nicht nach Bad Ems fahren kann oder will, kann heutzutage Emser Salz und Emser Pastillen kaufen.

Ich habe mir das Emser Kränchen, den Kesselbrunnen, den Kaiserbrunnen, die Römerquelle, den Robert-Kampe-Sprudel, den Fürstenbrunnen und die König Wilhelm’s Felsen-Quelle angesehen.Ganz in der Nähe von Bad Ems gibt es aber noch andere Getränke zu entdecken. Geschmacklich etwas ganz anderes und auch von der Temperatur her etwas kühler: Wein aus dem Lahntal!

Foto: Küchenchaotin

Wein aus dem Lahntal

Während ich mich mit dem Heilwasser beschäftigte, fragte ich mich auf einmal: Habe ich eigentlich jemals einen Wein aus dem Lahntal getrunken oder gesehen? Tatsächlich fiel mir keiner ein und ich begann spontan zu recherchieren. Das Ergebnis: Im ganzen schönen Lahntal kann man die hauptberuflichen Winzer an einer Hand abzählen. Einen kurzen Anruf später saß ich auch schon im Auto auf dem Weg zu einem von ihnen – Norbert Massengeil-Beck vom Weingut Massengeil-Beck. Der Familienbetrieb aus Obernhof erzählt mir in der „Weinschränke in der Borngass’“ von der Wein-Geschichte seiner Heimat.

Er erzählte mir davon, dass früher die Mönche im Lahntal mit dem Weinanbau begannen und bald von Lahnstein bis Limburg Weinberge in Eigenversorgung von allen Bewohnern des Lahntals bewirtschaftet wurden. Doch irgendwann kam der Bergbau, der ein lukratives Geschäft für die Menschen war und es blieb keine Zeit für die Landwirtschaft. Schnell begannen die Probleme, wie zum Beispiel die mit der Generationennachfolge, denn das Wissen über den Anbau von Wein wurde nicht weitergegeben. Die Winzer wurden weniger und bis heute werden nur noch ca. 7 Hektar Wein – meist in diesem Gebiet ganz typisch in Terrassierung – angebaut. Da das Anbaugebiet so klein ist, wird der Wein aus dem Lahntal auch als Mittelrhein-Wein verkauft und nicht als „Lahnwein“.

Seit 5-6 Jahren findet jedoch ein Aufschwung statt und das Lahntal erwacht aus seinem „Dornröschenschlaf“. Die Winzer aus dem Lahntal wollen das Anbaugebiet wieder vergrößern, modernisieren ihre Anbautechnik und organisieren Veranstaltungen rund um ihren Wein. Auch für die Generationennachfolge wird gesorgt, so tritt der Sohn von Norbert Massengeil-Beck langsam in seine Fußstapfen. Aktuell arbeitet er an seinem ersten Weißherbst. Ansonsten werden im Hause Massengeil-Beck vorwiegend Riesling, Rivaner, Spätburgunder und Grauburgunder angebaut, die in der hauseigenen Küche gerne mit regionalen Spezialitäten wie Düppelkuchen, Spundekäs und Schnitzeln gepaart werden.

Gute Reise, Mia

Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/Dominik Ketz