Kulinarik in sakral anmutenden Bauten

Der folgende Beitrag stammt von der „Küchenchaotin – einer Kulinarik-Bloggerin, welche in den kommenden Wochen für die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH in Rheinland-Pfalz unterwegs ist, um kulinarische Besonderheiten zu entdecken.

Heute nehme ich euch mit auf eine Reise durch die Region Rheinhessen. Im Dreieck zwischen Mainz, Worms und Bingen wird diese Region im Norden und Osten vom Rhein begrenzt.

Rheinhessen ist das größte Weinanbaugebiet Deutschlands. Bei einer Fahrt durch die Region fällt aber auch sofort auf: hier gibt es sehr viele Burgen, Schlössern, Kirchen und andere sakral aussehende Bauten. Es liegt nahe, dass viele von ihnen in heutigen Zeiten anderweitig genutzt werden, als ursprünglich gedacht: Als Restaurants, Weinbars, Cafés und viel mehr!

Ich habe 3 besondere Locations aus dem Bereich „Kulinarik in sakral anmutenden Bauten in Rheinhessen“ herausgesucht, von denen ich euch berichten möchte:

Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/Dominik Ketz

Der Familienbetrieb in 6. Generation, dem etwa 35 der 620 Hektar Rebfläche in Ingelheim gehören, hat sich vor ca. 6 Jahren in einem Nonnenkloster aus dem 13. Jahrhundert niedergelassen. Neben dem Weingut finden sich auf dem Gelände auch ein kleines Hotel mit inzwischen 52 Zimmern, ein Ort für Veranstaltungen und ein Restaurant, das auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

Bei unserer Flight-Weinprobe bekommen wir 3 Weine serviert: Einen Weißburgunder, einen Grauburgunder und einen Gewürztraminer. Die Weine sind dabei perfekt auf jeweils eine kleine Portion Tapas aus der hauseigenen Küche abgestimmt.

Dass uns 3 Weißweine serviert werden, ist dabei besonders hervorzuheben, denn eigentlich ist Ingelheim als Rotweinstadt bekannt. Im Weingut Wasem ist man aber auch auf die Weißweine sehr stolz!

Eine kurze Autofahrt vom Weingut entfernt liegt die Kaiserpfalz Ingelheim. Dort, wo bis ins 11. Jahrhundert die Kaiser und Könige lebten und regierten, sind bis heute noch viele Bauwerke ausgezeichnet erhalten.

Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/Dominik Ketz

Mainz

Der Mainzer Dom ist natürlich sehr bekannt. Er ist schlicht und ruhig – ein Ort, an dem eine ganz besondere Stimmung herrscht.

Wer nach einem ähnlichen Ambiente sucht, in dem man essen gehen kann, ist vom Mainzer Dom aus nur wenige Gehminuten vom Heiliggeist-Restaurant entfernt.
Das Gebäude mit dem spätromanischen Gewölbesaal wurde im 11. Jahrhundert erbaut und lange Zeit unter anderem wegen seiner Nähe zum Mainzer Dom als Spital genutzt. Heute ist es ein Restaurant. Die Karte ist perfekt auf die Saison abgestimmt und die Bar zaubert wunderbare Cocktails. Die besondere Spezialität des Hauses sind die sogenannten „Croustartes“ – eine Art besonders knusprige Pizza, die wie ein Flammkuchen auf einem Brett serviert wird.

Foto: Mirja Hoechst

Die Kuhkapellen in Rheinhessen

Auch, wenn man es beim Anblick einer solchen Kuhkapelle zuerst nicht glauben will: Die wunderschönen Kreuzgewölbe sind nicht etwa aus dem Mittelalter, sondern erst im 19. Jahrhundert erbaut worden.

Sie wurde auf Bauernhöfen zu landwirtschaftlichen Hochzeiten erbaut, um dem Vieh der Bauern eine sichere Behausung zu bieten. Der Bau der prunkvoll anmutenden Keller war teuer, hatte aber einen gewichtigen Grund: Das Heu des Viehs wurde meist über den Ställen gelagert und durch die massive Bauweise konnte das Risiko eines Brandes minimiert werden. Außerdem waren die Steine unempfindlich gegenüber dem Kot der Tiere.

In den 1970er Jahren fand in Rheinhessen ein Wandel in der Landwirtschaft statt. Statt Viehzucht wurde zumeist auf Weinanbau gesetzt. Einige der Kuhkappellen wurden abgerissen, aber viele entdeckten andere Möglichkeiten, sie zu nutzen: Sie wurden generalüberholt und dienen seit jeher zum Beispiel als Weinstube. Gefühlt gibt es sie in Rheinhessen an jeder Ecke!

Bei unserem Besuch in Rheinhessen haben wir dem Restaurant Vis à Vis in Osthofen, das zum Weinmacher Spiess gehört, einen Besuch abgestattet. Aus dem einstigen Viehstall ist hier ein wunderschön restauriertes, modern und liebevoll eingerichtetes Restaurant geworden. Die Karte ist schlank und das Essen ein wahrer Genuss!

Foto: Mirja Hoechst

Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/Dominik Ketz