Bernhard
Tintemann

Als Chefkoch im Moselschlösschen Traben-Trarbach fühlt sich der Bayer sichtlich wohl
„Mit wenigen guten Zutaten mehr erreichen“, das ist das Credo von Bernhard Tintemann
Frisch & regional sollen die Zutaten sein

Bernhard Tintemann, ein Bayer an der Mosel

Das Moselschlösschen in Traben-Trarbach, direkt am Moselufer, überrascht mich. Positiv. Erwartet hatte ich ein grundsolides gutes Haus, vier Sterne eben. Gefunden habe ich ein wundervolles Hide-Away. Einfach schön ist das Fachwerkschlösschen, geschmackvoll renoviert bis ins Detail. Nebengebäude beherbergen Kochschule und Vinothek, eine Villa, weitere Zimmer. Die Traum-Terrasse und ein parkähnlicher Garten zur Mosel hin komplettieren das Ensemble. Innen ist es modern, dabei sehr stimmig hergerichtet. Die herzliche Begrüßung am Empfang lässt mein Herz höher schlagen, ich fühle mich sofort willkommen, ein Gefühl, das mich während meines gesamten Aufenthalts begleitet.

Hier treffe ich den Küchenchef Bernhard Tintemann. Er wird beim GenussDuell Rheinland-Pfalz Anfang November einen der Kandidaten coachen. Mein erster Eindruck: ein netter Mensch, offen und humorvoll. Man hört, dass er kein Moselaner ist sondern, wie er selber sagt, aus der „Schweinebraten-Gegend“ stammt. In Niederbayern liegen seine Wurzeln. Tintemanns Mutter hat dort die Grundlage für seine heutige Küchenphilosophie geschaffen. „Sie hat immer frisch gekocht und am Sonntag wurde schon während des Frühstücks der Braten für das Mittagessen in den Ofen geschoben“, erklärt er.

Mit wenigen Zutaten etwas richtig gutes kochen, das ist es was Bernhard Tintemann macht. Lange Zutatenlisten in Rezepten sind ebensowenig seins, wie die Jagd nach (Koch-)Sternen. Er bevorzugt regionale Produkte. Das saisonale Gemüse kommt aus Erden und Bernkastel-Kues, das Simmentaler Rind aus der Eifel, der Ziegenkäse vom Vulkanhof in Gillental und der Spargel aus der Pfalz. Seine Lieferanten nennt er gerne auf der Karte, damit die Gäste wissen wo die Zutaten herkommen. Überhaupt – der Gast steht für Tintemann klar im Vordergrund. Er möchte das kochen, was die Gäste gerne essen. Da gibt es dann natürlich auch mal Hummer oder Austern, wenn gewünscht.

In der „Kochschule Tafelkunst“, die in einem Nebengebäude untergebracht ist, können Hobbyköche von Bernhard Tintemann lernen.

Wie ist das, mit Laien zu kochen? Nervt das nicht manchmal? „Nein“, lacht Tintemann, „es macht eigentlich immer Spaß und auch ich nehme viel mit.“ „Meist“, so sagt er, „sind es durchaus ambitionierte Hobbyköche, die sich zu den Kursen anmelden.“ Der GenussDuell-Kandidat, der Bernhard Tintemann als Coach bekommt, kann sich auf einen geübten Lehrmeister freuen.

Am Ende unseres Treffens bekomme ich noch eine exklusive Führung durch das Haus. Bernhard Tintemann zeigt mir neben dem Restaurant auch die Küche und die Kochschule. Wir schauen in den Bankett-Bereich und als Highlight begeben wir uns in die Tiefen der Traben-Trarbacher Unterwelt. Der historische Säulenkeller, der ehedem ein riesiger Weinkeller war, ist atemberaubend. Säulen und Rundbögen prägen den Saal der für Veranstaltungen genutzt wird. In der Adventszeit findet hier und in weiteren Kellern der Stadt, der Mosel-Wein-Nachts-Markt statt – ein Event, das man sich merken sollte.

Mein erster Eindruck von Bernhard Tintemann hat sich jedenfalls bestätigt. Er ist ein offener, humorvoller Mensch, dem der Beruf Berufung ist. Man merkt, dass er angekommen und mit sich im Reinen ist. Ich habe mir fest vorgenommen wiederzukommen – als Gast!

Der Säulenkeller von 1754. Eine außergewöhnliche Location für Veranstaltungen. Besonders stimmungsvoll ist der Mosel-Wein-Nachts-Markt in der Adventszeit.
Bernhard Tintemann ist an der Mosel angekommen und fühlt sich hier zuhause