Macht & Mythos

Burg Trifels bei Anweiler. Sagenumwoben und mystisch.
Er war ein schlechter König, aber ein kühner und großartiger Krieger (Steven Runciman, englische Historiker)

Foto: Adam Bishop

Richard Löwenherz in der Pfalz

Wahrheit und Legende liegen bei kaum einer historischen Persönlichkeit so weit auseinander, wie bei Richard Löwenherz. In Literatur und Sagen gilt er meist als der Inbegriff des tapferen Ritters und des weisen, guten Königs.

Am 28. März 1193 wurde Richard in Speyer an Heinrich VI., den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, ausgeliefert. Bis Februar 1194 wurde er dann auf der Reichsburg Trifels im Pfälzerwald festgehalten und kam schließlich gegen ein hohes Lösegeld frei. Auf der ehemaligen Reichsburg können heute die Nachbildungen der Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches besichtigt werden. Die Sage berichtet, der Sänger Blondel sei auf der Suche nach Löwenherz im Heiligen Römischen Reich von Burg zu Burg gezogen und habe zur Nachtzeit sein Lied gesungen. Auf Burg Trifels habe ihm Löwenherz aus dem Kerker singend geantwortet, so dass Blondel die Befreiung des Königs veranlassen konnte.

Das Historische Museum der Pfalz in Speyer wird jetzt erstmals Leben und Wirken des englischen Königs in einer großen kunst- und kulturhistorischen Ausstellung darstellen – ergänzt durch die interaktive Ausstellung „Robin Hood“ des Jungen Museums, die kleine Besucher und Familien in die Welt des 12. Jahrhunderts entführt.

Könige weilten aber gern auch freiwillig in der Pfalz. So zum Beispiel Ludwig I. von Bayern im 19. Jh.,der auf der Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben seine Sommerresidenz hatte. Dort ist heute u.a. auch eine eindrucksvolle Galerie mit Werken des ebenfalls in der Südpfalz lebenden impressionistischen Malers Max Slevogt zu entdecken.

Umgeben schier endlose, mit Wein bewachsene und von der Sonne verwöhnte Hügel die Städte und Dörfer an der Deutschen Weinstraße, so finden sich im angrenzenden Pfälzerwald, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands, auch zahlreiche Burgen und Burgruinen, wie z.B. die Hardenburg oder Burg Berwartstein. Kaiser Barbarossa errichtete um 1130 seine Pfalz Kaiserslautern an einer Stelle, die wohl schon im 7. Jh. Hofanlagen und später eine burgähnliche Ansiedlung beherbergte. Bis zu ihrer Zerstörung im 17. Jh. wurde sie von vielen Herrschern genutzt und immer wieder erweitert, ihre Mauern im Zentrum der Stadt sind teilweise noch sichtbar. Um 1160 erbaute er die Burg Nanstein bei Landstuhl, die aber erst später durch Fanz von Sickingen Bekanntheit erlangte.

Verständlich, dass Ludwig I. die Villa Ludwigshöhe als Sommerresidenz erkoren hatte.